Gelbe Schule. Feedback. Lehrkräfte. Kinder. Eltern.

Feedback einer Mutter, 32:

"Gelb als Haltung!"

In kurzer Zeit (ich spreche von Tagen), ist mein Sohn in der neuen "gelben Klasse" angekommen. Für mich als Elternteil ist schön zu beobachten, wie sich das eigene Kind in so kurzer Zeit entwickelt. Dabei spreche ich nicht die schulischen Leistungen an, sondern von der Entwicklung in seiner Persönlichkeit, von der Selbstsicherheit und Selbstständigkeit. Die schulischen Leistungen sind ein toller Nebeneffekt der gelben Klasse: – gesehen werden , dazu gehören, wachsen dürfen: Wachsen in dem sie sich gegenseitig stärken, eigene Ressourcen einschätzen und nutzen lernen. Wachsen in der eigenen Persönlichkeit ohne Missverständnisse. Ein kleines Beispiel – Motive. Die erste Begegnung nach Schulschluss lief immer so ab, dass mein Sohn als erstes seine Hefte und Arbeitsblätter über Leistungen präsentierte und meine Reaktion ihm erst mal nahe zu legen, dass ein "Hallo" sehr höflich und nett wäre.

Das Eltern Coaching hat mir geholfen seine Motive zu erkennen und mein gegenüber, meinen Sohn, zu verstehen. Eine sehr gute Basis gemeinsam mit den gelben Lehrern mit dem gleichen Blick an einem Strang zu ziehen: Erziehungspartnerschaft.

Mir wurde als Kind nahe gelegt, dass Lehrer nach den Eltern die wichtigsten Personen sind, da Lehrer einen großen Beitrag und Verantwortung für die Entwicklung der Kinder haben. Manchmal denken Schüler erst nach Jahren an bestimmte Worte ihrer Lehrer zurück.… Die Kombination – gelbe Klasse, gelbe Schule – gelbe Lehrer – gelbe Eltern ist gewinnbringend für alle. "Gelb" sollte sich durch die ganze Schulzeit als Grundsatz ziehen.

Vielen Dank, dass sich die Grundschule Plattling und viele Lehrkräfte auch außerhalb von Plattling auf diesen Weg gemacht haben."


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Umfrage unter 21 SchülerInnen der 4. Klasse zum Thema Gelber Schule / Gelber Unterricht.
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Lehrerin Petra B. (50 Jahre)  / 1. Ganztagesklasse

"Darum macht mir das Unterrichten im „gelben Unterricht“ jeden Tag aufs Neue so viel Spaß und ist so erfolgreich:

  • Es herrscht eine überaus angenehme Atmosphäre im Klassenzimmer, die ein Lernen miteinander und voneinander zulässt und bestärkt.
  • Jedes Kind hat ein großes Maß an Selbstbestimmung und Mitbestimmung, denn es darf jeden Tag und jede neue Arbeitsphase wählen, wo es im Klassenzimmer sitzen möchte und mit wem es zusammenarbeiten möchte (Einzel-, Gruppen- und Partnertische sind ausreichend vorhanden). Oder vielleicht möchte es auch gerne alleine und ungestört arbeiten? Das ist natürlich auch jederzeit möglich und erlaubt.
  • Jede Stunde beginnt mit einer sogenannten „Inputphase“, die im Normalfall 10 – max. 20 min. dauert und immer im Sitzkreis stattfindet. Hier fühlt sich jedes Kind von mir angesprochen und wird von mir wahrgenommen.
  • Der Kreis bedingt, dass sich alle gleich zugehörig fühlen!
  • Alle Schüler arbeiten an den gestellten Aufgaben, die verschiedene Anforderungsniveaus beinhalten. Jeder Schüler wird dort abgeholt, wo er leistungsmäßig steht.
  • Selbst- und/oder Partnerkontrolle sind selbstverständlich und geben jedem Schüler ein unmittelbares Feedback über seine Arbeit.
  • Ich habe Zeit, einzelne Schülern zu unterstützen, ohne dass sie aus dem Klassenverband herausgerissen werden müssen.
  • Eine von mir vorgenommene Einteilung in Leistungsgruppen oder eine äußere Differenzierung ist nicht notwendig. Stigmatisierung findet nicht statt!! Und wenn dann die Kinder meiner ersten Klasse am Nachmittag um 15 Uhr sagen: „Ich möchte nicht nach Hause gehen! Ich möchte hier bei dir bleiben und arbeiten!“, dann weiß ich, dass dieser Unterricht den Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes mehr als gerecht wird. Und dann geht es auch mir sehr gut!

Der neue Schultag kann kommen!"

Feedback der SchülerInnen 1. und 2. Klasse:

Johanna, 7 Jahre: "Ich finde es spitze! Ich kann mich hier frei bewegen.
Die Arbeit im Kreis ist sehr schön."

Kirill, 8 Jahre: "Mir gefällt es besser als vorher! Gut finde ich, dass der Kreis nun im Klassenzimmer vor der Tafel ist. Der Umbau ist cool! Ich kann Plätze wechseln, das mag ich gerne!"

Martin, 8 Jahre: "Gut! Die Raumeinteilung ist klasse und schöner als vorher! Ich arbeite jetzt viel besser, weil ich nicht immer am gleichen Platz bin."

Bastian, 9 Jahre: "Super! I like it! Everything is so special here"

Ajdin, 6 Jahre: Ich kann nun gut lernen und lesen- Mir gefällt es besser!

Max, 6 Jahre: Der Sitzkreis gefällt mir gut. Auch wenn wir vor der Tafel sitzen und arbeiten. Ich darf mir den Platz aussuchen und kann besser arbeiten.
Ich bin gerne hier!

Tobias, 8 Jahre: "Es sieht cool aus! Die Kreisarbeit ist voll gut!"

Annabell, 7 Jahre: "Mir gefällt es auf den Hockern zu sitzen! Die Schilder
zum Mitnehmen auf den Tisch finde ich gut! Die Aufgaben sind besser.
Ich liebe es!"

Leila, 7 Jahre: "Ich kann mit meinen Freunden arbeiten! Ich finde es schön so. Die Arbeit macht mir Spaß!"

Lena, 6 Jahre: "Das Zimmer ist sehr schön und ich fühle mich wohl hier!
Ich finde es toll!"

Elena, 6 Jahre: "Mir macht es richtig Spaß an verschiedenen Plätzen
zu arbeiten! Ich bin viel besser!"

Diana, 6 Jahre: "Im Kreis sein mag ich gerne! Ich sehe so gut an die Tafel und darf darauf schreiben. Das ist toll!"

Safia, 6 Jahre: "Mir gefällt, dass ich sitzen kann, wo ich möchte.
Die Zeit vergeht dann so schnell!"

Jasmin, 7 Jahre: "Es ist schöner als vorher! Mir gefällt alles. Ich kann nun besser rechnen!"

Lali, 8 Jahre: "Ich bin lieber in der Schule als vorher, weil ich nicht immer am gleichen Platz sitze und beim gleichen Partner. Ich habe weniger Streit und alles schaut schöner aus!"

Feedback der Eltern der SchülerInnen der 2. Jahrgangsstufe:

Mutter: "Schön, dass  es nun diese Art des Unterrichts gibt! Mein Sohn kommt viel entspannter nach Hause und erzählt, was er alles geschafft hat! Endlich kein Schimpfen mehr über den Banknachbar oder dass er da nicht länger sitzen möchte! Ich bin froh über diese Lösung!“

Vater: "Da mir meine Tochter schon so viel erzählt hat, möchte ich mir das mal anschauen! Sie ist seitdem viel fröhlicher und erzählt uns von der Schule, wie viel Spaß es ihr macht und das sie sich nun frei bewegen kann. Sie kommt überwiegend gut gelaunt aus der Schule und konnte es in den Ferien kaum erwarten, wann endlich wieder Schule beginnt!“

Mutter:  "Meine Tochter ist so begeistert vom neuen Unterricht, dass ich mir das jetzt anschauen muss! Ja, das ist ja wirklich toll!
Bin begeistert!“

Mutter: "Da wär ich auch gerne länger in die Schule gegangen! Meine Tochter freut sich jeden Tag aufs Neue, weil es ihr so gut gefällt und die Zeit so schnell vergeht!“

Mutter: "Ist der Raum nun schön geworden, das ist ja Wahnsinn! Meinem Sohn macht die Kreisarbeit viel Spaß und fühlt sich jetzt richtig wohl beim Lernen!"

 



 Lehrerin (42 Jahre) / 2. Ganztagesklasse:

"Ich arbeite nun das dritte Jahr als Ganztageslehrkraft an der GS Plattling, habe Vieles an Methoden und Ideen im Unterrichtsalltag ausprobiert, mit dem Ziel möglichst allen Kindern in der Klasse gerecht zu werden.

Mit dem gelben Unterricht haben wir nun ein Konzept entwickelt, dass nicht nur mich als Lehrerin, sondern vor allem die Kinder und auch Eltern begeistert.

In einer äußerst angenehmen, entspannten Atmosphäre erarbeiten wir im Kreis eine gemeinsame Basis (Input-Phase), auf die individuell aufgebaut werden kann. Das heißt: Jeder Schüler bestimmt selbst mit, was (Arbeitsauftrag), wie (Methode), wo (Arbeitsplatz) und mit wem (Sozialform) er daran arbeitet!
Das Faszinierende daran ist, dass sich jeder Schüler angesprochen fühlt und jeder auf seinem Leistungsniveau seine Aufgaben erledigen kann. Während der Arbeitsphase kann ich als Lehrkraft die Schüler beobachten, unterstützen und ihnen auch eine sofortige Rückmeldung geben, da sich die Kinder selber „organisieren“!

Ein eingeführtes Helfer- und Kontrollsystem schafft mir als Lehrkraft den nötigen Freiraum und bietet den Kindern wiederum ein hohes Maß an Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenzsteigerung. Nach Beendigung der Arbeit versammeln wir uns wieder im Kreis, reflektieren darüber, singen und bewegen uns und machen uns bereit für die nächste Aufgabe. Ein sehr positiver Nebeneffekt in dieser Form zu unterrichten, ist es, dass alle Kinder (mit oder ohne Handicap) zusammen erfolgreich lernen, Spaß an der Schule haben und sich sehr wohlfühlen!

Und ich persönlich fühle mich in meiner neuen Rolle als Lehrkraft rundum wohl und bin begeistert und überrascht was meine Kinder im Unterricht leisten können und auch leisten wollen!"